Das neue Arzneimittelgesetz (AVWG)

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten !

Mit dem Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz werden schwerwiegende Veränderungen auf uns Ärzte und Sie als Patienten zukommen.

Es geht um das Konzept der Durchschnittskosten pro Dosiereinheit.

Das Regelwerk ist im Internet unter
http://wido.de/fileadmin/wido/downloads/pdf_arzneimittel/wido_arz_atc-index_0505.pdf
herunter zu laden.

Dann dürfen Sie sich über 300 Seiten ausdrucken oder als CD-ROM über den Buchhandel beziehen: Eine maschinenlesbare Publikation auf CD-ROM mit Stand April 2005 beinhaltet neben der aktualisierten Methodik der Arzneimittelklassifikation im GKV-Arzneimittelindex eine vollständige Liste der ATC-Codes mit zugehörigen Tagesdosen (DDD) für den deutschen Arzneimittelmarkt. Die CD-ROM trägt den Titel "Anatomischtherapeutischchemische Klassifikation mit Tagesdosen für den deutschen Arzneimittelmarkt".
Fricke, Uwe / Günther, Judith / Zawinell, Anette: Anatomisch-therapeutisch-chemische Klassifikation mit Tagesdosen für den deutschen Arzneimittelmarkt. Methodik der ATC-Klassifikation und der DDD-Festlegung. ATC-Index mit DDD-Angaben; Bonn 2005, CD-ROM; 21,00 €; ISBN 3-922093-28-0.

Wir sind gehalten und nach diesem Kodex zu therapieren. Das heißt im Klartext:

Ihre Arznei, Ihre Medizin wird von politischen Vorgaben rationiert.

Benötigen Sie zum Beispiel zur Behandlung Ihrer koronaren Herzkrankheit 200mg Metoprolol/Tag, so sieht das Gesetz eine Beschränkung auf 150mg/Tag vor.

Sie müssen also die fehlenden 50mg selbst zahlen.

Wie wird das umgesetzt ? Sie erhalten demnach bei der Erstverordnung 200mg Metoprolol 100Tbl. Bei der nächsten Verordnung erhalten Sie die 100mg Packung à 100 Stück auf Kassenrezept und 100mg als Privatrezept.
Diese Vorschrift wird in der täglichen Praxis zu einem Chaos bei Patient aber auch beim Arzt und seinen helferinnen führen.
Wegen des enormen Zeitaufwandes können wir hier über das Thema nicht diskutieren. Erklärungen, die über den Inhalt dieses Papiers hinausgehen können nicht abgegeben werden. Wir Ärzte und die Helferinnen sind für groben Unfug nicht verantwortlich. Richten Sie Ihre Beschwerden bitte an das
Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Wilhelmstraße 49
10117 Berlin

Telefon 0180 / 5 99 66 02

Wehren Sie sich an der richtigen Stelle.
Mit freundlichen Grüßen Ihr Praxisteam